Visite beim Bergdoktor

Den Bergdoktor, genauer die Fernseh-Serie, kannte ich bislang nur vom Wegschalten. Das hatte Gründe. Umso mutiger war es von den „Bergwelten“, mich ins Epizentrum der Bergdoktor-Verehrung zu entsenden, in die Region Wilder Kaiser. Seit einem Jahrzehnt werden hier die Episoden für die mit Abstand erfolgreichste TV-Serie des deutschsprachigen Raums gedreht, die mittlerweile in 13 Länder verkauft wurde – und das mit bemerkenswerten Folgen: Seit einigen Jahren gibt es regelmäßige Fan-Treffen, zu denen tausende Bergdoktoristas pilgern, um den Darstellern nah, sehr nah zu sein.

Ich wurde über einer dieser Fan-Tage in Scheffau am Wilden Kaiser abgeworfen. 1300 Fans versammelten sich auf der hiesigen Festwiese, um ihre Stars zu feiern. Investigativ wie ich war, kam ich auch dem Oberarzt der Herzen, Dr. Martin Gruber, im richtigen Leben Hans Sigl, näher. Wir sprachen über Groupies am Hotelzimmer, den richtigen Einsatz eines Defibrilators und „Fake News“ in diversen bunten Blättern. Ansonsten machte ich mir Gedanken. Das alles ist in meinem Erlebnis-Essay  in der aktuellen Ausgabe der „Bergwelten“ nachzulesen. Jetzt. In Ihrer Trafik.

Nekrologin aus Leidenschaft

Es ging dann bei meinem Treffen mit der Trauerrednerin Antonia Kreis dann doch nicht nur um Leid, Verlustschmerz und, ja, das Ende. Viel mehr ging es um das Menschliche, all das, was so ein irdisches Dasein ausmacht. Und die Salzburgerin hatte einiges zu erzählen.

Davon, wie sie sich als Frau im Berufsfeld Sepulkralkultur, einem ausgesprochenem Männer-Biz, durchsetzen musste. Was eine gelungene, weil persönlich gestaltete Trauerfeier ausmacht – und wie mit besonders individuellen Wünschen der Verstorbenen und Hinterbliebenen zu verfahren ist. Es ging also auch um lebensgroße Plüschtiere, die sie gemeinsam mit dem Verblichenen im Sarg verabschiedete. Oder um einen ausgewiesenen Lebemann, der zum finalen Farewell eine eher außergewöhnliche Musikuntermalung auflegen ließ.

All das, und nicht zuletzt die Antwort auf die Frage, was eine gute, würdige Trauerrede kennzeichnet, ist nun in meinem Österreich-Porträt in der ZEIT nachzulesen.

Lernen von der Toasteria

Als gebürtiger Innviertler bin ich ja den Lokalteilen diverser oberösterreichischer Zeitungen und Online-Medien noch immer verbunden. Dort tauchten in den vergangenen Jahren immer wieder Berichte von einem Restaurant in Gurten, nächst Ried/Innkreis, auf: Von einem Pärchen war da die Rede, das einst ein kleines Häuschen, einen ehemaligen Schweinestall, erworben hatte, dort aber per Gesetz, weil nicht als Wohnhaus gewidmet, nicht leben, sondern bloß ein Gewerbe ausüben durften.

Kurzerhand quittierten die beiden ihre Jobs, wurden Gastronomen – und eröffneten die Toasteria. Die sollte sich prompt zu einem der erfolgreichsten Restaurants der Region entwickeln.

Das allein schon war eine zumindest bemerkenswerte Story, als ich aber in den einschlägigen Regionalblättern las, dass die beiden ihr Lokal wegen – ich fasse unjournalistisch zusammen – zu großem Erfolg wieder schließen mussten, war meine Neugier geweckt.

Ich beschloss also, der Sache nachzugehen. Das Ergebnis meiner Ortsbeschau ist nun im aktuellen Österreich-Teil der ZEIT sowie online nachzulesen. Dass die Story es auch noch prominent auf die Startseite von Zeit.de gebraucht hat, interpretiere ich dahingehend, dass mit den Ereignissen rund um die Toasteria so etwas wie internationales Interesse geweckt wurde.

Gleichzeitig möchte ich mich bei den Kolleginnen und Kollegen in den Lokalredaktionen der Oberösterreichischen Nachrichten bedanken. Ihre Arbeit fördert immer wieder lohnende, interessante, spannende Geschichten hervor, lesenswertere, lehrreichere allemal, als in den vermeintlich großen, überregionalen Blättern.

Wie kommt das Ende?

Erich Hofbauer fiel auf. Sogar auf der Meidlinger Hauptstraße. Der Panama-Hut schräg in der Stirn, das eisgraue Haar, das etwas zu lang in die Nacken hing, das den berüchtigten einen Knopf zu viel geöffnete Sommerhemd, die schicken Loafers. So stapfte Hofbauer durch die spätsommerliche Fußgängerzone.

Es war diese unbestimmte Mischung aus gemächlichem Ausschreiten und zielgerichtetem Dahinmarschieren, ganz so, als würde er auf der Croisette seinem wohlverdienten Abend-Cocktail entgegen schlendern, das meine Aufmerksamkeit erregte. Und nach ein paar Minuten, in denen ich ihm gefolgt war, ihn ein wenig beobachtet hatte, war mir klar: Das ist mein Mann für das Buch. Und dieses Buch ist nun tatsächlich erschienen.

Hochbetagt“ versammelt 15 Porträts von hochbetagten Österreicherinnen und Österreicherinnen. Welche Ängste, Träume, Wünsche haben diese Menschen? Wie lebt man als 80-, 90-, sogar 100-Jähriger? Und wie setzt man sich mit dem nahenden Lebensende auseinander? Das waren die Fragen, die Günther Brandstetter und Marietta Mühlfellner, die Herausgeber dieser Anthologie, beschäftigt haben – und zu deren Beantwortung sie 15 AutorInnen und FotografInnen eingeladen haben, ältere, sehr alte Menschen zu porträtieren. Ich war der Erste, der damals gefragt wurde, mitzumachen. Die Honorar-Aussichten waren vage. Ich sagte sofort zu.

Damals war „Hochbetagt“ nicht mehr als ein Crowdfunding-Projekt, das sich dank der Energie und der Ausdauer der Herausgeber zu einer wunderbaren Porträtsammlung entwickelt hat, die nicht nur mit dem Bank Austria Kunstpreis ausgezeichnet wurde, sondern nun auch mit dem Verlag Anton Pustet eine verlegerische Heimat gefunden hat. Nicht nur eine – wie ich meine – großartige Mischung von Autoren und Autorinnen, darunter Kirstin Breitenfellner, Saskia Jungnikl, Christina Pausackl oder Franziska Tschinderle, hat sich da zwischen den Buchdeckeln eingefunden, sondern auch ganz wunderbare Fotografen. Der von mir sehr geschätzte Christopher Mavrič ist einer von ihnen, alle anderen sind mindestens genau so schätzenswert.

„Hochbetagt“ nimmt sich Themen an – Altern, Endlichkeit, ja, auch Einsamkeit und Leiden – die nur selten im Blickpunkt der aktuellen Berichterstattung stehen. Themen, die im Schatten von Influencer-Hypes und hysterisierter Zeitläufte immer wieder verschütt zu gehen drohen. Gleichzeitig aber zeigt dieses Buch, zeigen die Biographien dieser Menschen, dass Altern nicht nur Schicksal, sondern auch Antriebsmomentum sein kann, sich noch einmal neu zu erfinden. Erich Hofbauer ist so ein Beispiel für eine wendungsreiches Leben. Ich habe viel von ihm gelernt.

Es freut mich besonders, dass mein Porträt über Herrn Hofbauer als Vorabdruck und in einer gekürzten Version im ALBUM des STANDARD publiziert wurde. Hier geht es zur Online-Version auf derStandard.at.

Das ganze Porträt mit Bildern von Christopher Mavrič ist ab sofort und – so viel Zeit für etwas Werbung muss sein – als Teil dieses lesens- und sehenswerten Buches soeben erschienen:

hochbetagt
15 Porträts von hochbetagten Frauen und Männern
Herausgeber: Günther Brandstetter und Marietta Mühlfellner
240 Seiten
Verlag Anton Pustet, Salzburg
EUR 29,-

www.hochbetagt.at

Zu bestellen zum Beispiel hier.

Auf welcher Seite stehen Sie, Jane Goodall?

Hochamt in der Britischen Botschaft zu Wien: Ein Interview-Termin mit Jane Goodall, der Pionierin der Verhaltensforschung und Tierrechtsaktivistin stand an. Gleich mehrere Stunden waren für das Gespräch mit der 83-Jährigen Britin anberaunt, das Ergebnis der Zusammenkunft kann seit kurzem im aktuellen Terra Mater-Magazin begutachtet werden. Die Fotos stammen von Philipp Horak. (Der mich gleich auch in die Geheimnisse der beeindruckenden Fuji XT-1 eingeweiht hat.)

War schon die Vorbereitung auf diesen Termin ein gleichermaßen spannendes und erhellendes Erlebnis – wer sich über 60 Jahre lang an einem Thema, der Primaten-Forschung im afrikanischen Dschungel abarbeitet und als Tierrechtsaktivistin zu einer Ikone der Szene aufgestiegen ist und mithin „Mutter Teresa“ des Tierschutzes gerufen wird, hat naturgemäß eine üppige, sich immer wieder verzweigende Biographie aufzuweisen – so war unser Gespräch dann doch wieder einmal der Beweis dafür, dass die wirklich Klugen, die, die die Welt ein Stückchen weiter bringen, ausgesprochen höfliche, achtsame, um nicht zu sagen bescheidene Menschen sind. So auch Jane Goodall.

Ihre Schimpansen-Forschungen, das richtige, gerechte Verhältnis zwischen Mensch, Tier und Haustier, die Mission des Jane-Goodall-Instituts, waren naturgemäß die zentralen Themen unseres Gesprächs. Es ging aber auch um ihre Gemeinsamkeiten mit Brad Pitt, meine kurzzeitige Verwandlung in einen Baum und die Frage, auf welcher Seite sie bei den „Planet der Affen“-Filme steht. Mensch oder Schimpanse? Auch diese Frage wird in der aktuellen Ausgabe des Terra-Mater-Magazins beantwortet – und das ziemlich intelligent, wie ich meine.

Ein Herz für Väter

Es muss ein wenig wie bei „Mad Men“ gewesen sein, damals, im Jahr 1956. Nur dass Helmut Herz, Werbeleiter beim Wiener Hemdenhersteller Gloriette, in jenen Tagen eher nicht den Lifestyle von Don Draper pflegte. Aufgedoppelte Schuhsohlen, ein winziges Büro und eine in einem Aktenordner mit dem Buchstaben „K“ versteckte Kognakflasche waren die sehr bescheidenen Insignien eines Mitt-Zwanzigers – der es aber in Sachen Ideen, Kreativität ordentlich krachen ließ.

Fazit nach sechs Stunden in der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung des 92-Jährigen: In der New Yorker Madison Avenue hätten sie einen wie Herz gut brauchen können.

1952 etwa gebar er eine Werbeidee, für die man heutzutage kurzerhand in Grund und Boden geklagt würde: Herz ließ aus einem Flugzeug dutzende Gloriette-Hemden über dem Prater-Stadion abwerfen – und zwar während der Halbzeitpause des Fußball-Länderspiels Österreich gegen England.

Zuvor jedoch führte der Reklamer gezielt Flugversuche mit den verpackten Oberteilen durch. Ergebnis der ersten Abwürfe vom Dach der Fabrik in Rudolfsheim-Fünfhaus: „Wenn das einer auf den Schädel bekommt, ist er hinüber.“ Also ließ Herz von den Näherinnen kleine Fallschirme anfertigen, die jedoch bei weiteren Tests vor allem eines zeigten: Die Dinger trudelten wie besoffen durch Rudolfsheim. Kein gezielter Abwurf möglich.

Ein Fabriksarbeiter war es, der Herz auf das perfekte Flugverhalten brachte: Die Fallschirme brauchen Löcher an der Oberseite, um die Luftzug zu kanalisieren. Gesagt getan: Die Schirme segelten elegant und punktgenau hienieder. Blöd nur: Es gab da ein Problem mit dem Flugzeug. Das war nämlich ein putziger Zweisitzer, rund um den einzigen Passagiersitz war bloß Platz für einige, wenige Oberteile.

Also ließ der Hemdenaviatiker den Flieger exakt ausmessen und ließ in der Fabrik ein maßstabgetreues Modellaus Sperrholz bauen, damit die Ware so platzsparend wie möglich untergebracht werden konnte. Um noch mehr Raum zu gewinnen, wurde schließlich der kleinste Gloriette-Arbeiter ausgewählt („Wir riefen alle zusammen und sagten: Freiwillige vor! Aber wenn ich ehrlich bin, war das gar kein Freiwilliger.“)

Dann kam der Tag des Ländermatchs im Prater. Das Gloriette-Flugzeug schwebte über dem Stadion ein – und plötzlich segelten Dutzende Hemden ins Oval. „Ein fantastisches Tamtam. Die Menschen stürmten sogar aufs Spielfeld, um die Packerl einzusammeln.“ Tags darauf beherrschte Helmut Herz die Schlagzeilen. „Es regnete Hemden vom Himmel“ titelte ein Blatt. Nur die kommunistische Volksstimme war weniger erbaut: „Hemdenfabrik stört Länderspiel„, lautete der linientreue Kommentar.

Heute wäre so eine Aktion schlicht unmöglich. Sicherheitsbedenken (das Totschlagargument unser Tage), die Uefa (bei der schon ein gelupftes Leiberl die Juristen in Marsch setzt), die Bedenkenträger, die ihren Neid mit Werte-Soße überdecken.

Wie auch immer – für Helmut Herz war die Sache noch lange nicht erledigt. 1956 lieferte der Reklame-Chef sein Meisterstück ab: Er erfand den Vatertag. Den hatte es zuvor in Österreich nicht gegeben. Wie das alles geschah, was es mit dem Vatertags-Komitee auf sich hatte und welch ominöse Rolle der Gründer der SOS-Kinderdörfer bei diesem Plan spielte, ist in diesem Porträt der Österreich-Ausgabe der ZEIT zu lesen. 

Heute sorgt Helmut Herz jährlich für über 100 Millionen Euro Umsatz. Er selbst jedoch ging als Mindestpensionist in die Rente – was ihn genau gar nicht bekümmert: „Dass dieser Tag auch heute noch so gut funktioniert: Das ist meine größte Freude.“

Schiffsmeldungen

Die Hobbytaucher staunten nicht schlecht, als sie während eines Tauchgangs vor der Insel Mljet, nahe der kroatischen Küste, ein rätselhaftes Holzgerippe aus dem Schlick ragen sahen. Vor einigen Jahren war das – seitdem gilt dieses Wrack als einer der großen Sensationen der Unterwasserarchäologie im Mittelmeer.

Über 400 Jahre alt waren die Überreste des venezianischen Handelsschiffes, das in die Untiefen vor der Insel geraten und auf ein Riff aufgelaufen war. Rasch sank der Küstenfahrer, der auf dem Weg von einem Hafen im Osmanischen Reich Richtung Venedig war.

In seinem Bauch trug der Segler einen Schatz, der seitdem ein Team aus kroatischen und italienischen Unterwasserarchäologen in seinen Bann gezogen hat: Hunderte aufwändig gefertigte und verzierte Teller, sogenanntes Frittenporzellan, aus dem damaligen Zentrum der osmanischen Porzellanfertigung, dem westanatolischen Iznik.

Es war jedoch nicht nur die Ware an sich, die diesen Fund so besonders macht. Es war auch die einzigartige Möglichkeit anhand der gefundenen Artefakte die Handelsbeziehungen zwischen der europäischen Großmacht Venedig und dem Osmanischen Reich, einer immer wieder gen Westen drängenden Supermacht, zu rekonstruieren.

In einer Reportage für das aktuelle Terra-Mater-Magazin habe ich die archäologische Fact-Finding-Mission der Unterwasser-Forscher begleitet. Elf Seiten, die nicht zuletzt dank der außergewöhnlichen Fotografien von Arne Hodalic,  auch ziemlich sehenswert sind, wie ich meine. Und wer ganz genau wissen will, was nun eigentlich Frittenporzellan ist, wird ebenfalls ausführlich bedient.

Die Kunst des Kickbikens

Jurek Milewski hat Glück gehabt. 1989, kurz vor dem Fall der Mauer, ist der gebürtige Pole nach Österreich gekommen. Das war gleich in vielerlei Hinsicht ein kleines Wunder.

Zum einen, weil er sich für diese Reise in einen Polski Fiat Maluch, eine Art Schrumpf-Kommunist mit Heckmotor, zwängen musste, zum anderen, weil der ausgebildete Schauspieler und Regisseur zuvor dutzende Bewerbungsschreiben auf einer alten DDR-Schreibmaschine verfasst hatte, um  im Westen ein Engagement zu finden.

In Salzburg zeigte man Interesse – bloß wurde kein Schauspieler sondern ein Sänger für den Chor des Landestheaters gesucht. Milewski: „Als sie mich dort nach meiner Tonlage fragten, habe ich nur gesagt: Um hier bleiben zu können, singe ich in jeder Tonlage, die Sie sich wünschen.“ Man einigte sich schließlich darauf, dass der Bewerber einen ziemlich passablen Tenor habe. Milewski bekam die Stelle – und lebt seitdem mit seiner ebenfalls polnischen Frau Beata in der Mozartstadt.

Mittlerweile hat er auch wieder zu seinem eigentlichen Brotberuf, der Schauspielerei und  Theaterregie, zurück gefunden und bespielt die großen und kleineren Bühnen der Stadt – was jetzt nicht mehr als eine interessante biographische Notiz eines Emigranten wäre, hätte Jurek Milewski nicht ein eigentümliches Faible für eine Sportart entwickelt, die es in Österreich eigentlich nicht gibt: Kickbiken. Das ist Rollerfahren als richtiger, ernsthafter Sport.

Für Milewski ist das Tretrollern aber nicht nur ein Hobby: Der Mann ist zweifacher österreichischer Staatsmeister, hat Österreich in einem Rutsch durchquert, Paris-Roubaix nieder gerungen und tritt demnächst beim nächsten Ultra-Marathon an, Zypern von West nach Ost steht am Programm.

Für die Österreich-Ausgabe der ZEIT habe ich den Salzburger und seine außergewöhnliche Doppelbegabung porträtiert. Wer sich schon jetzt über den kommenden Trendsport in der Alpenrepublik informieren will, bekommt hier einen Einblick zu Mensch und Material – und natürlich, wie man sich den richtigen Kick gibt.

Die wilde Bande

Martialischer Name, eindeutige Schnurrbärte, grimmiger Gipfelstürmer-Blick: Ende des 19. Jahrhunderts gründete sich in Innsbruck die Bergsteigergesellschaft „Wilde Bande“. Die war – wir befinden uns in der Frühzeit des Alpinismus – nicht nur eine der ersten ihrer Art, sondern bezwang die Gipfel, wo immer sie auch standen.

Zahllose Erstbesteigungen und neu entdeckte Routen rings um Innsbruck gehen auf das Konto der fidelen Truppe, die,  um 1938, plötzlich, aus den Annalen verschwand. Für die „Bergwelten“ habe ich die Geschichte der einst so „Wilden Bande“ aufgezeichnet.

Mut, Leidenschaft und eine legendäre Sturköpfigkeit waren quasi die Steigeisen dieser frühen Alpinisten – die neben allerlei Gipfelsiegen, reichlich Rotwein-Konsum und einem Hang zur ausdauernden Geselligkeit sogar Zeit fanden, den  Vorläufer der modernen Trekking-Hose zu erfinden. Möglicherweise, zumindest.

Spannend war es allemal, in einen mir bislang unbekannten Winkel der österreichischen Geschichte zu blicken. Das Ergebnis kann in jeder Qualitäts-Trafik erworben werden.

Kreisel Electric oder: Wie weit reicht eine Stunde?

Eine Kilowattstunde (kWh), um genau zu sein. Das ist die Frage, die von den Brüdern Kreisel einigermaßen erfolgreich beantwortet wurde: Weiter zumindest, als die Kilowattstunden der Konkurrenz.

Seit zwei Jahren tüfteln die drei Chefs von Kreisel Electric an innovativen Akku-Systemen für Elektroautos. Der Output kann sich zumindest sehen lassen: Doppelte Reichweite im Vergleich zu vergleichbaren Modellen etablierter Explosionsmotoren-Hersteller, schnellere Ladezeiten als das Tesla Model S und X, die Highriser der Elektro-Branche. Das alles ersonnen und entwickelt in einer Gegend, in der Wörter wie „Kreativ-Szene“ oder „Inkubator“ bestenfalls als Namen für Disco-Pubs herhalten könnten: Freistadt, Mühlviertel, Oberösterreich.

Dort bin ich für eine Reportage in der ZEIT Österreich dann auch angelandet – und traf auf einen Markus Kreisel, der ganz klar davon überzeugt ist, die Zukunft der Mobilität ins Werk zu setzen. Hier meine Eindrücke, die von Christopher Mavric illustriert wurden. Man beachte die Mercedes G-Klasse, die, samt neuem Innenleben, schon bald ein unüberhörbares Medienecho auslösen wird.

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