Teslas Turm

Elektrizität für alle, jederzeit und überall – das war die Vision des Erfinders Nikola Tesla. Um seinen Traum von der drahtlosen Stromübertragung zu verwirklichen, machte er sich um 1900 daran, in der Nähe von New York einen riesigen Turm zu errichten. Der Wardenclyffe Tower sollte Energie in jeden Winkel der Erde übertragen. Doch Tesla scheiterte kolossal.  

Wie und warum – das habe ich in einer Reportage für Terra Mater zusammen getragen und niedergeschrieben. Über zehn Seiten hinweg bin ich der Geschichte des Wardenclyffe Towers nachgegangen, in einem zweiten Text habe ich die Zukunft der drahtlosen Stromübertragung in den Fokus genommen.  Ich konnte also das Thema bis auf den Grund beackern. Dass einem dafür die Zeit gegeben wird, ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich. 

Es war eine der aufwändigsten Recherchen, die ich jemals gemacht habe. Und das nicht, weil nicht genügend Material vorhanden wäre, sondern weil die Figur Nikola Tesla im Laufe der Jahrzehnte von dubiosen Esoterik-Zirkeln (Freie Energie, Skalarwellen inklusive hanebüchener Verschwörungstheorien) vereinnahmt wurde. Tesla: ein am System und der Lehrmeinung gescheiterter Elektro-Guru, der Zeit seines Lebens verkannt wurde – das ist die Glaubenslehre, der seine Jünger anhängen. 

Tatsächlich hat der in Österreich-Ungarn geborene Tüftler unzählige Erfindungen ersonnen (allein in den USA liefen knapp 100 Patente unter seinem Namen), doch viele seiner Geistesblitze, wie etwa die Tesla-Spule oder die Tesla-Turbine, waren bloß verheißungsvolle Entwicklungen, die sich aber aus vielerlei Gründen nicht durchzusetzen vermochten. 

Erstaunlich war für mich, dass viele, auch seriöse Medien, die Geschichte vom gescheiterten Genie, das verarmt und vergessen starb, ansatzlos übernommen haben und allerlei urbane Legenden aus schnell zusammen gegoogelten Eso-Foren verbreiten.  Frei nach dem Motto: Her mit einer prickelnden Story von einem schrillen Erfinder-Genie, das an sich und der Gesellschaft gescheitert ist. Mysteriöse Todesstrahlen inklusive. 

Nun: wer eine dennoch faszinierende Erfinderpersönlichkeit kennen lernen und wissen will, warum das mit der drahtlosen Stromübertragung nicht ganz so easy ist, dem lege ich völlig unverbindlich das aktuelle Terra Mater, Ausgabe September 2016, nahe. 

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