Geschichten aus dem Prater

Der Wiener Prater war immer schon ein Ort, der mich angezogen hat. Vor allem auch als Journalist, zumal sich im Wurstelprater inmitten all der Fahrgeschäfte die kleinen Geschichten zu einer großen Wien-Geschichte verdichten. Das Schrille, Glitzernde, Magische – und dann wieder die Melancholie des Vergänglichen, der Veränderung, der Schattenseiten menschlicher Existenz.

Mir war gar nicht bewusst, wie viele Reportagen und Porträts ich aus dieser Gegenwelt zur geordneten Stadt gemacht habe. Über die „Prater-Dynastien“ und die bemerkenswerte Rolle von Frauen in diesem Geschäft, über die Besitzerin der ältesten Geisterbahn und natürlich über die Menschen, die diesen Vergnügungspark aufsuchen.

Es war also eine Überraschung, als mich die Sendungsverantwortliche für das Spezial-Format des Senders W24 kontaktierte und als Experten zu einer großen Talkrunde über 260 Jahre Wurstelprater einlud. Und das mit den durchaus charmanten Worten: „Sie sind der Richtige. Wir brauchen genau Sie.“

Drei Stunden lang durfte ich mit der Prater-Präsidentin Silvia Lang, Liliputbahn-Geschäftsführerin Anna Kleindienst-Jilly, dem Kurator des Pratermuseums Werner Schwarz und Andreas Swatosch, dem Mitbetreiber des Wiener Circus- und Clownmuseums, in die Geschichte des Praters eintauchen. In diese so sinnliche Erfahrungswelt, die das glatte Gegenteil eines Algorithmus ist. Und die auch in der Literaturgeschichte ihre Spuren hinterlassen hat: bei Altenberg, Schnitzler, Jelinek, um nur einige zu nennen.

Gelernt habe auch ich etwas: wie man eine ausgewachsene Hochschaubahn plant und baut, wie die Einwohner des Praters leben – und wie man einen Luftballon schluckt. Danke an den Magier Andreas Swatosch.

Ich bedanke mich herzlich für die Einladung und bei Moderator Gerhard Koller für die elegante wie kurzweilige Gesprächsführung.

Hier geht’s zum W24 Spezial: Der Wiener Wurstelprater

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