So klingt das Sonnwendviertel.

Zwei Klangimpressionen vom Areal rund um den neuen Wiener Hauptbahnhof, das gerade seiner endgültigen Transformation zum sogenannten Sonnnwendviertel entgegen betoniert wird.

Die erste kommt von Walter, der mit seiner Bansuri, einer traditionellen indischen Querflöte, eine Unterführung in einen Konzertsaal verwandelt hat. Der Künstler und Einradfahrer hat das triste Loch für sich als Übungsraum entdeckt. Und dort spielte er, von seiner Kleidung einigermaßen befreit, und horchte in die vielschichtigen Töne seines Instruments hinein, während die Melodien vom Sichtbeton purzelten.

Für mich klang seine Musik wie eine akustische Beschwörungsformel, mit der er in dieser Ungegend, die sich, unfertig wie sie ist, noch nicht entschieden hat, ob sie verschorfte Wunde im Stadtbild oder Lebensraum sein will, für einen kurzen Moment die Zeit anzuhalten vermochte. Um ihn herum: Nichts.  Außer Musik. Eine Gstättn. Leere Neubauten. Zehn Minuten, nachdem er zu spielen begonnen hatte, wurde Walter von zwei Securities weggewiesen. Jemand, erklärten sie, habe sich wegen des Lärms beschwert.

Walter ging.

Die zweite akustische Impression stammt von einem unbekannten Pianospieler oder einer unbekannten Pianospielerin. Sie untermalt durchs offene Fenster einen Kameraschwenk im Wohnareal des Sonnwendviertels. Auffällig: die starke Verdichtung der einzelnen Gebäudekomplexe. Fein: dass der Künstler passgenau zum Ende des Schwenks die Melodie verklingen lässt.

Einige Fotos zum Ausklang:

 

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