Über die Wurzeln der Geschichte

Für diesen Beitrag im STANDARD musste ich etwas weiter ausholen – vor allem, um nicht ins Fahrwasser der inzwischen etwas auserzählten Geschichte des Hauses in der Salzburger Vorstadt in Braunau zu geraten. Einer Geschichte, in der sich historische Fragen allzu oft mit persönlichen Befindlichkeiten vermengen.

Nur Diktaturen dekretieren Geschichte von oben. In einer Demokratie wird Geschichte immer auch von unten gemacht. In Österreich waren es seit den 1980er-Jahren vor allem unzählige Vereine und Initiativen in der sogenannten „Provinz“, die sich mit großem Engagement der jüngeren Vergangenheit stellten: den braunen Flecken, den Orten des Verbrechens und dem verlogenen Opfermythos. Parallelen zur frühen Umweltschutzbewegung sind dabei unverkennbar – und kein Zufall.

Einige dieser zeitgeschichtlichen Graswurzelbewegungen sind heute institutionalisiert und aus der offiziellen Erinnerungskultur nicht mehr wegzudenken. Viele andere organisieren weiterhin mit großem ehrenamtlichem Einsatz und kleinsten Budgets bemerkenswerte regionale Veranstaltungen.

Über ihre Schwierigkeiten – und darüber, weshalb sich darin zugleich ein Wandel der Gedenkkultur zeigt – habe ich in diesem Beitrag geschrieben. Ganz ohne Haus und Polizeistation ging es dann doch nicht.

Umso erfreulicher, dass mich dazu viele ergänzende und vor allem positive Rückmeldungen erreicht haben.

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